Europäisches Überleben

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Europäisches Überleben - Deutsch

Siehe auch mein wallonisches Tagebuch in französischer Sprache http://iloapp.vaessen-online.eu/blog/blog-wa?Home#niceURL

Neuverteilung in Europa

IslamisierungPosted by Cleodiensis 2012-08-01 11:34:58
der 90er Jahre erlebte Europa eine gründliche strukturelle Neuverteilung. In vielen Punkten ging es um enen bis dahin nicht geahnten status quo ante. Im Balkan griff man auf den Vertrag von Trianon aus dem Jahre 1919 zurück, im Baltikum wagten die bisherigen Sowjetrepubliken die Legitimität des geheimen Molotow-Ribbentropp-Abkommens anzuzweifeln. Die Sowjetunion fiel in sich hinein und ihre Republiken zerfielen nach dem Territorialprinzip. Neue Staaten entstanden nicht, sondern alte Staatsgebilden tauchten wieder auf.

Wir sind 22 Jahre später. Die neue Kruste durchbrach eine alte Gemeinsamkeit: die der Religion. In Osteuropa wütet der Katholizismus und baut nach und nach Frauenrechte ab, die alte Politlandschaft ändert sich, indem Links bis Extremlinks wieder an Terrain gewann, allerdings nicht mehr wie früher nur zum sozialen, kulturellen und materiellen Fortschritt. Denn der Dauerimport aus Nordafrika zeitigte seine Folgen: die zweite Migrantengeneration wuchs in ener gespaltenen Welt, gefühlsmäßig an die alte Kulturheimat gebunden, real im Westen.

In Nordafrika herrschten mehrfach Autokraten, entweder in monarchischer Form (Marokko) oder in republikanischem Gewand. Diese Länder hatten sich der Kolonialmächten entledigt, behielten aber zur französischen Sprache und Kultur ein Hass-Liebeverhältnis, Frankreich, die sich zunächst nach dem Algerienkrieg selbst seinen arabischen Verbündeten vor Ort gewaltsam verschloss, erlebte eine schleichende Einwanderung aus Italien, Spanien und Portugal, aber und vor allem aus ehemaligen Kolonien. Zunächst ungelernte wie Facharbeiter, die froh waren, im Westen in Lohn und Brot gekommen zu sein und sich deswegen um Assimilierung bemühten. Sie waren auch glücklich, dem politischen Druck entgangen zu sein. Menschlich blieben se aber dem bled, uhrem meist ländlichen Herkunftsgebiet treu und kauften sich dort ihre Frauen aus.

Diese Wechselwirkung zweier Kultur wirkte sich auf Europa verheerend aus, weil die islamische Religion immer noch so "funktionierte" wie das Christentum bis etwa zur Märzrevolution von 1830 in Deutschland und bis 1789 in Frankreich es getan hat: als verewigende Kuppel über den bestehenden politischen Verhältnissen.

Mit dem Unterschied auch, dass sowohl das Judentum (Talmud) als auch das Christentum eine Tradition der Interpretation der eigenen heiligen Bücher entwickelt haten und unterhielten, aus der sich eine Methode entwickelte, die letzten Endes auch außerbiblisch zum Einsatz kam, ab dem 17. Jahrhundert behutsam in England durch die frühe Freimaurerei, kurz darauf aber durch die französische Aufklärung und in Deutschland endlich durch die Dialektik und den Marxismus.

Das hat der Islam nicht erlebt: Der Streit zwischen Ibn-Rsuchd und Al-Ghazali führte nicht zum Ausgleich und die philosophiefeindliche These des Letzteren obsiegte, dem nach Wahrheit nur in der Religion zu finden sei, und damit wurde der Averroës-Ansatz einer aristotelischen Kritik des Islams zunichte gemacht. Die Mechanik der unreflektierten Aufnahme und Umsetzung eines stellenweise sehr fragwürdigen Textes wie der Koran setzte sich ein, zudem gehören alle "Gelehrte" des Islams zur jeweiligen Generation der Greisen und Abgeklärten, die aus der Warte den jüngeren Geenrationen einen strikten Gerechtigkeitskurz diktierten. Damit wurded der Islam zu einer art ideologisches Krebsgeschwür, aus dessen Fängen sich der Gläubige gerade wegen der Stringenz des Zweifelverbots nicht zu befreien vermag.

Das Neue an der Entwicklung nach dem Jahre 2000 ist der nunmehr rapide um sich greifende Totalitätsanspruch des Islams in allen Instanzen, vom UNO-Menschenrechtsausschuss bis zur alltäglichen sozialen Kontrolle in den Vorstädten in der Welt. Wer nicht Moslem ist, wird in die Enge getrieben, Vermählung mit ener Moslima kann nur durch Bekehrung erfolgen, weil diese Moslima, um ihre Papiere im Land ihrer sonstigen Staatsangehörigkeit zu bekommen, nachweisen muss, dass sie einen Moslem geheiratet hat - und der dumme Europäer macht das mit, um des lieben Friedens willen, um Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen, aber ohne zu ahnen, dass er bei späterer Einflussnahme islamischer Kräfte auf das politische Geschehen in die Pflicht genommen werden könnte.

Jedes "Dialog" mit dem Islam ist also eine Einbahnstraße.

Was der sog. Arabische Frühling darstellte war lediglich die gewaltsame Auslagerung alter Militärregime, es stellt sich nun heraus, dass z.B. in Tunesien für die Bevölkerung kein nachweislicher Wohlstand zu verzeichnen ist, die Islamisierung des öffentlichen Lebens dafür immer spürbarer wird, in Libyen sollte ebenfalls die Scharia herrschen, und es ist nicht sicher, ob der Sieg der sogenannten Liberalen bei den Wahlen nicht nur einen Aufschub darstellt, Ägypten ist dem Islam verfallen und in der Sahelzone zeichent sich ab, wie der Islam morgen aussehen wird: eine Steinzeitreligion! Mögen formaldemokratische Strukturen eingesetzt werden, es geht um den Inhalt, und der heißt Scharia, sonst nichts!

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Die Große Frage zur Jahreswende

EuropaPosted by Cleodiensis 2011-12-28 11:21:54
Die Deutschen hegen eine gewisse Nostalgie nach der guten alten Deutschen Mark. Eben: die Starke D-Mark von Theo Waigel. So stark, dass ich mir mit Mühe vorstellen kann, dass der gute Mann tatsächlich sein Brot in Euro zahlt.

Klar doch: Zahlte man doch für einen Liter Benzin Mitte der 80er Jahre schlappe 98 Pfennig - das waren Zeiten. In Aachen habe ich mich jahrelang für 250 DM einmieten können. Ohne näher darüber informiert zu sein, ich kann mir vorstellen, dass diese Wohnung - günstig in der Ottostraße gelegen, nach hinten schauend und daher auch ruhig - derweilen für ihre sehr geschäftstüchtige persische Vermieterin 500 Euro wert ist...

Das Ende vom Euro. Der Neiwährung wurde von Anfang an eine übermäßige, breitangelegte Preissteigerung angelastet, für die die Einführung des Euros wenig Schuld war. Aber es gab gleich böse Signale, so gleich im Juli 2002, als die Auf- und Abrundung der Preise nunmehr erlaubt wurde und daraufhin die Händler die Preise radikal aufrundeten. In Italien trieb man es natürlich noch bunter: Bei den vielen Nullen hinter den Lira-Preisen fiel es schon nicht mehr auf, dass bei den kleinen Beträgen die Preise stiekum gleich verdoppelt wurden. Und bei den Belgiern - díe bei Umfragen sich natürlich mit der Neuwährung soweit einverstanden erklärten, so sehr sie daran eben gewohnt sind, "nutzvolle" Antworten zu geben und sich "positiv" zu zeigen, wie gehabt! - gab es radikalen Widerstand: Bis heute ist die Berechnung in Franken übrig, auch für Kleinbeträge, erkennbar daran, dass sie Zahlen ohne Währung angeben. Dieser Staat ist ja eine Monarchie, und wo Monarchie gibt, gibt es auch kriechenden Feudalismus, daher tut es auch nicht wunder, wenn das Untertanenvolk murrt, wenn die Königsbilder aus den Banknoten verschwinden (wie letztens von den 10.000-Franken-Scheinen, die es ja plötzlich nicht gab).

Bei den Vorverhandlungen hat man anscheinend die Karre vor die Pferde gespannt: Eine einheitliche Währung setzt ein einheitliches Wirtschaftsgebiet voraus, nicht andersherum. Europa wünschte sich wohl von Anbeginn, ein solches zu sein bzw. zu werden, ist es aber noch lange nicht - und sicherlich nicht nach seine letzte Akquisition der alten Ostblockländer, die huckepack aufgenommen wurden, obwohl die Bevölkerung dort ein schlechtes Bild vom dirigistischen, unionistischen Europa ("Eine Union haben wir ja gerade gehabt!", meinten die etliche geborene Sowjetbürger mit Blick auf einen "echten Kapitalismus", den amerikanischen nämlich...). Auch die Südländer hatten immer für Kummer gesorgt: Italien musste ihre Bevölkerung - anfangs gegen Kohle - exportiert, die dann später überall in Europas Kohlenrevieren hängenblieb. Sie exportierte gleich ihre Mafia mit... Als Spanien und Portugal - zusammen - aufgenommen wurden, standen sie wirtschaftlich auf tönernen Füßen. Es waren Billigländer, Portugal hatte ihre Arbeitskräfte exportiert (Luxemburg sagt dank!).

Ein Arbeiter verdient in Frankreich knapp 1200 Euro, einer in Litauen gerade 400 Euro und in Rumänien kommt er auf 110 Euro, und Rumänien importiert zeitweise Chinesen mehr-weniger in politischer Käfighaltung - mit Billigung des volksverbundenen Exportlandes -, um den Herstellungsprozess noch rentabler zu halten.

Das Euro-Land ist ein Zusammenschluss von Ländern, die ursprünglich gewisse Standards halten wollten. Diese Konvergenzkriterien (Maastricht und die Folgen) wurden nahezu nie eingehalten, derweil immer weiter privatwirtschaftliche Methodoligien auf die öffentlichen Haushalte angewandt wurden. Die Kriterien von Basel und die nunmehr relevanten Benotung von Ländern wie anderen "Unternehmen" durch privatwirtschaftliche Marktbenotungsfirmen belegen diese Verprivatisierung der öffentlichen Finanzen. Von der ganzen Welt tönt nunmehr der Ruf: "Werdet endlich mal ein einheitliches Gebiet, Junges, anders wird's halt nix!" - mal salopp gesagt. Übrigens: Gleiches ertönt Richtung Belgien, dessen strukturelle Instituionensumpf einfach wirtschaftsfeindlich ist (sieben Regierungen für 11 Millionen Einwohner, gleich daneben zählt Nordrhein-Westfalen bei größerer Bevölkerung auch nur schlappe eine!). Es ist überhaupt anzunehmen, dass zu kleine Gebietseinheiten dem Aufbau Europas ein Dorn im Auge ist, es sei denn, diese Einheit ist zur Selbsterhaltung fähig - siehe Luxemburg.

Wie soll das aussehen?

- Ländern seilen sich einzeln vom Euro ab. Der Haken: Da dies nicht vorgesehen wurde, müssen sie zugleich der EU den Rücken kehren.

- Alle Ländern geben den Euro auf und planen ihre Rückkehr zu Nationalwährungen vor.

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Der Kranke Mann von Brüssel

EuropaPosted by Cleodiensis 2011-10-30 18:10:16

Als 1946 Winston Churchill seine Idee von Vereinigten Staaten von Europa lancierte, war es noch eine Idee. Eine große Bruderkette der Nationen, hätte er wohl freimaurerisch gesagt, es war eine Vision. Sie begann als Regulierungsorgan der notwendigsten Handelsrohstoffe Eisen und Stahl, als Montanunion, und mündete zunächst in einen klassischen multilateralen Vertrag 1955 in Rom. Mehr war von der Generation nicht zu erwarten, die in Begriffe wie Erbsünde (der Deutschen) und Revanche hineingeboren war. Der General De Gaulle, der seine urpersönliche Rechnung mit Großbritannien begleichen wollte, hielt diese Großmacht außer europäischer Reichweite, man blieb bei der Europe des Nations, dies völlig im Einklang mit einer Bevölkerung, die dies- und jenseits der Maginot-Linie gesessen hatte.

Das waren noch Zeiten!

Europa wuchs auf zwei Böden: als Ententezustand zwischen Staaten und als entstehende Großnation. Daraus wuchs ein äußerst kompliziertes Gebilde:

- Ja, es gibt das von allen Europäern direkt gewähltes Europäische Parlament. Aber vertue man sich nicht: Neben der Einteilung der MdEP's nach politischer Richtung gibt es noch die nach Herkunftsländern,

- Ja, es gibt eine "Regierung", genannt Kommission, derweil sogar einen "Staatsoberhaupt" und eine für ihren Immobilismus so langsam berüchtigt gewordene "Außer-Superministerin", aber für den Bürger sitzt sie sehr weit weg,

- Nein, Europa ist kein Land, und heute wüsste Henry Kissinger zwar, wen er anzurufen hätte, um Europas Meinungen zu spezifischen Fragen zu bekommen, aber es ist anzunehmen, dass Obama Paris und Berlin anwählt, nicht unbedingt Brüssel, außer für die Ausführungsmodalitäten und die praktischen Fragen.

- Europa ist kein Bundeskontinent, denn die Einzelparlamente in den EU-Ländern beschließen immer noch über Finanzen, Steuer, Außenpolitik und über alles souverän, was subsidiarisch ist, d.h. alles, wofür eine Lösung auf Regionalebene gefunden werden kann.

- Europa zeigt noch die Narben seiner Erweiterung: die Grenzen zwischen den Gründer- und den Südländern, die Grenzen zwischen West- und Osteuropa, die Grenzen zwischen dem angelsächsischen Verständnis und dem Rest Europas und schließlich die feine Grenze zwischen Skandinavien, in den skandinavischen Sprachen wird es mit "i Norden" umschrieben, und Kern-Westeuropa. Ihr Beharren an der Landeswährung ist Zeichen ihrer distanzierten Haltung zur europäischen Plattwalzung... Sej nej, mens du kan! Die Dänen artikulierten es scharf...

- Osteuropa hatte andere Bedenken: Nicht nur, dass viele eigentlich der Meinung waren, nach 60 Jahren "Union" etwas Freiheit und Nationalstolz gut täte, sondern etliche Länder hatten ach zwei Herzen in ihren Brüsten, denn sicher schuldfrei aus der Geschichte waren diejenigen ausgegangen, die logischerweise nicht dabei gewesen waren, die aber Geld hatten und nun an Einfluss gewannen: Die Onkels aus Amerika! In zwei baltischen Staaten haben sie sogar den Staatsoberhaupt gestellt, und ich erinnere, dass Litauen gerade eine gewisse Diplomatin an die Spitze der NATO-Vertretung schickte, weil sie auch die amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt. Für Balten ist Europa vor allem die Sicherheit, auch der NATO anzugehören, die Schmerzen der Jahre 1990 sitzen tief, die nordostpreußische Enklave wird als Bedrohung empfunden.

Und dann auch noch die Aussichtslosigkeit von Gebieten wie Ostlettland, aber auch die völlige Unterbezahlung (Durchschnitteinkommen um die 300 - 400 Euro) treiben zur Flucht, und in den Köpfen der Menschen wiegt das durchbürokratisierte Europa nicht schwer: Die weiten Flächen in "Usa" und Australien riechen viel mehr nach Freiheit und Neubeginn. You dare it, you can it, you get it - don't worry, be happy!

Wem es noch schlechter geht, wirklich nichts zu verlieren hat, der füllt klapperige Kleintransporter gen Westen und landet möglicherweise irgendwo zwischen dem Bois de Boulogne und der Reeperbahn... Denen brauchen Sie nicht mehr mit Moral, Gerechtigkeit und staatliche Ordnung zu kommen. Die öffnen dann allenfalls ihre Schnäbel, strecken die Gliedmaßen nach hinten und sagen bloß noch "Fütter mich mal!". Eben, erst das Fressen, dann die Moral. Wenn eine für ihre Zugsucht bekannte Bevölkerungsgruppe dies nun auf Massenbasis tut, weil in ihrem Aufenthaltsland die Armen sich auf die noch Ärmeren abreagieren, dann wird es, ob es die Gutmenschen in Frankreich oder anderswo schnallen oder nicht, zu einem Problem der öffentlichen Ordnung: Kinder, die stehlen, weil in ihrem Verständnis mit der Zeit Diebstahl als bloß informellen Besitzwechsel empfunden wird, will ich gerne an die Hand nehmen und zu besseren Gedanken - lies: zu einer vernünftigen Erziehung - heranführen (und eigentlich müsste es gelingen!), aber die Bevölkerung stellt für sesshafte Einheimische und bodenständige Wähler halt ein Problem dar, das man à la Rote Kirche durch Aktionismus, Psycho- und Soziogisierung, gut gemeinte Appelle und frohe Hoffnungsbekundungen nicht wegtuschen darf.

Normalerweise ist ein Volk gastfreundlich. Es bleibt es auch, wenn die Werte stimmen (die vielen Bootpeople-Vietnamesen hierzulande beweisen, dass es geht!).

Bei den suzzesiven Beitritten kamen jeweils deutliche Warnung hinsichtlich der wirtschaftlichen Beständigkeit der Beitrittskandidaten. Eigentlich fing es gleich mit Italien an, dann war vor allem Portugal und in minderem Maße Spanien dran, und bei Griechenland wurde Europa so richtig vorgeführt!

Gerade in der Hoffnung auf eine wirtschaftliche Harmonierung innerhalb der Euroländer - und wohl als Vorübung - musste schenell eine Einheitswährung her.

- Die Bevölkerungen haben diese innerlich nicht akzeptiert und, wo die Umrechnung nicht auf der Hand liegt (etwa Deutschland oder die Niederlanden: 1:2 bzw. 1:2,2), blieb die Bevölkerung dabei, sich in der alten Währung dumm und dämlich umzurechnen, "um sich ein wahres Bild des Betrags" zu machen. Zwei Hauptgründe dafür: Bis dato wurde die nationale Währung als Garant für nationale Identität gesehen, dass Fürstenköpfe oder sonstige Nationalsymbole nun wegbleiben, zugunsten für den Bürger nichssagender Symbole, will der Mensch nicht schlucken, zumal er das für ihn unwidersprechliche Gefühühl hat, bei der Währungsumstellung hat die Wirtschaft die Gelegenheit wahrgenommen, um die Preise kräftig hochzutreiben. Und überhaupt, der Bürger "kotzt" den Euro: Er hat ihn nicht gewollt, es hat ihm nichts gebracht, die Kosten sind ihm stiekum doch aufgebürdet worden, und seitdem der Euro da ist, meint "Brüssel", den Banken aus "der Not" zu helfen, ohne Rücksicht darauf, ob auch der Bürger nicht in Not ist - und die steigende Nachfrage nach den Diensten von Ernährungsbanken spricht über die Verlotterung der sozialen Lage eine deutliche Sprache...

Die Ökonomie kennt im Allgemeinen einen Vierjahreszyklus. Den gibt es seit ca. 16 Jahren nicht mehr, weil irgendetwas den fälligen Aufschwung verhindert. Nach den Subprimes kommen die Rezessionen beiderseits des Großen Teichs unter stätigem Wachsen der BRICS-Länder, deren Bilanz wiederum wirklich bedenklich ist.

- China. Offiziell ein Entwicklungsland, dem Frankreich derzeit noch über 270.000 Euro ohne Gegenleistung zuschustert. Vor etwa einem Jahr kamen die chinesischen Macher nach Paris und wurden vom Hausherrn des Elyséepalast liebedienerisch bei ihrem Wirtschaftshopping chauffiert!

Heute, wo langsam klar ist, dass der Euro auf tönernen Füßen steht, wo die EU-Randländer am liebsten aus der Eurozone scheren sollten, es aber "so" nicht mehr können, weil die gegenseitigen Abhängigkeiten es nicht mehr erlauben, winken dieselben Pekinger Herrschaften mit, sagen wir's diplomatisch, wahrlich morgenländischem Demokratieverständnis, Machthaber über ein über 1 Milliarden Menschen zählendes Entwicklungsland, mit breitem Lächeln und 2,2 Billionen Euro Cash-Reserven im Rücksack... die zum Teil aus

- Handelsbilanzüberschüssen mit europäischen Ländern (nun, das lässt sich ja noch buchhalterisch ausgleichen) und, weniger stabilitätsversprechend

- amerikanische Schuldschreibungen bestehn. Nun ja, Schuldschreibungen sind halt, was sie sind: Wenn der Ausschreiber nicht mehr zahlungsfähig ist, sehen die schönen Papiere wie Nonvaleurs aus, und wenn man weiß, dass der amerikanische Kongress der US-Regierung fast jeden weiteren Kredit verweigert hätte, würde ich mit einem solchen Schuldschreiber etwas argwöhnischer umgehen...

Das tun sie wahrscheinlich auch! China hat anscheinend eine Gesamtstrategie im Kopf: In Zentralafrika tritt China verstärkt auf. Überall das gleiche Szenario: Einige Kaderköpfe aus China organisieren eine lokale Raubwirtschaft, stellen die einheimische Bevölkerung gerade so ein, wie es notwendig ist, ansonsten führen sie Chinesen ein, die schön diskret und abgeschirmt unter sich bleiben. Im Piräus jammern die Hafenarbeiter gerade darüber, das es dort ja "bloß noch für die Chinesen gibt", für die einzig und alleine Profit gilt.

In China selbst sieht die Lage kaum besser aus: Ganze Industriereviere locken eine Bevölkerung an, die mangels Registrieungserlaubnis sich in diesem Gebiet halt illegal aufhalten, schwer kontrollierbaren sozialen Verhältnissen ausgesetzt werden (dass internationale Warenfirmen es schwer haben, für die Einhaltung ihrer Maßstäbe bei der Herstellung ihrer Waren in China zu sorgen!), das Ganze in einem großen Reich, wo die Partei nur mehr als strukturierte Korruptionseinrichtingung funktioniert und der Einzelmensch wie ein Rad am Getriebe angesehen wird (eben gute Tradition aus der mittelalterlichen "hydraulischen Gesellschaft", wo ganze Arbeiterheere für die Regulierung der Flußbetten eingesetzt wurde, also kein Platz für individuelles Denken übrig blieb).

Dieses Modell lässt sich ja exportieren! Die Euro-Krise fällt genau zusammen mit einer abgrundtiefen Wertekrise: An unsere Türen klopft seit nunmehr dreißig Jahren eine Religion mit gesellschaftlicher Zielrichtung, in der Zweifel nicht geduldet, Individualität nicht akzeptiert und Autorität schier feudalistisch religiös verbrämt aufoktroyiert wird. Die Anhänger dieser sektiererischen Weltanschauung vermehren sich zurzeit, die Phase der Machtergreifung ist also noch nicht gekommen.

Es wäre daher Zeit, die nächste Zukunft darauf hin zu beobachten, ob die zwei Ideologien fatalerweise komplementär arbeiten können. Im islamisierten Zentralafrika verbuchen die Chinesen nämlich bereits viel Erfolg...

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Angst als Treibfeder?

Staat und GesellschaftPosted by Cleodiensis 2010-11-01 20:44:55

Wann entstand der Begriff politically correctness?

In Europa hat er jedenfalls weit nach der 68-er Bewegung Fußgefasst. Er kam mit leisen Tönen daher. Ende der 70er Jahre gab es ihn nicht, dafür aber das - nicht aus "Usa" importierte - Wort Ausgewogenheit. So landeten die Träume der 70er Jahre in die harte Wirklichkeit der damaligen westdeutschen Gesellschaft, als jene Studentengeneration händeringend nach einem Job suchten und zunächst einmal durch die Kaudinischen Furchen der Anpassung ("Lieber Herrgott mach mich krumm, dass ich in den Staatsdienst kumm!"). Ausgewogen hieß ganz simpel: Drücke dich immer unter der Berücksichtigung aus, dass man auch anderer Meinung sein kann. Diese Parole erschien mir nachträglich als durchaus historisch logisch: Erst die Ausgewogenheit, dann 1983 Helmut Kohl. Unter seinem Regiment agierten dann die aalglatten Kommunikatoren,, die stets das Richtige zu sagen wissen,

Damals zählte Deutschland schon ziemlich viele Türken, aber der Archaismen nicht genug: Deutsche nach Art. 117 GG gab es viele jenseits des eisernen Gartenzauns, die der Mainzer Doktor brauchte genehmen Wählerbestand (oder soll ich da gleich "Stimmviehbestand" schreiben - geht ja auch!). Also her mit den Deutschrussen, den Deutschrumänen, ach wie viele Nachweisunterlagen mit deutschen Stempeln aus einem anderen "Jahrtausend" wurden da nicht vorgeschwungen, um ja ins gelobte "IV. Reich" zu gelangen. Bei einer so nach Bayern eingewanderten Familie fand man dann der Wohnzimmerwand drei Gemälden: Otto von Bismarck, Wilhelm II. und Franz-Josef Strauß! Na gut, Kommunisten waren sie nicht...

Von 1973 bis 1989 habe mich in Deutschland - in ganz Deutschland wohlgemerkt - angstfrei bewegen können. Den großen Machtdemonstrationszirkus in Oebisfelde habe ich immer mit dezentem Schmunzeln erlebt und fuhr trotzdem mit Affengeldscheinen hinterm Unterhemd versteckt westwärts heim. Im kleinen Grenzverkehr, den ich am Ende benutzte, um aus dem Zwangsumtausch soviel wie möglich Gewinn zu erzielen und die Reise gleich "hinten" fortzubezahlen, fiel ich schon deswegen angenehm auf, weil ich der einzige jüngerer Bauart, und dann auch noch mit einem anderen als einem westdeutschen Pass daherkam, den hübschen altmärkischen Landpomeranzen mit damals fast nicht mehr modischen Miniröcken, die da die Kontroleusen spielten, war das schon eine angenehme Abwechslung...

Also nichts Angsteinjagendes, würde ich meinen. Natürlich wusste ich auch über weniger erfreuliche Tatsachen aus dem Arbeiter- und Mauernstaat...

Ausgewogenheit bedeutete aber auch, dass noch in einem freien Raum Gedanken ausgetauscht wurde. Die Ost-West-Auseinandersetzung, die an den westdeutschen Unis im Kleinen ausgetragen wurde - mal vom Freistaat Bayern abgesehen, wo bekanntlich Strauß nicht zu stoppen war - war vielleicht ein Grabenkrieg, aber ein rein politischer, intellektueller. Das verhinderte nicht, dass zuweilen eine eingestandene Spartakus-Anhängerin doch mit ihrem RCDS-Freund in die Heia ging... (Und wir schmunzelnd dazu: "Bluadschande, aber anders!").

Währenddessen entwickelten sich die Kommunikatoren weiter. Im Französischen machte ein Begriff die Runde: "la langue de bois", eine Exportformulierung aus dem Russischen - wo es eigentlich "Eicherne Sprache" heißt -.

Im Deutschen hätte es ja keiner Exportbezeichnung bedurft, die heimische Geschichte hatte Europa immerhin mit dem Dr. Goebbels und seiner "Sprachregelung" "beglückt", also hier ausnahmsweise mal kein Neudeutschbedarf... Aber den politically correctness gab es in "Usa" schon. Da ging es um die Kunst, rassenunterscheidende Kriteria möglichst smoothly, lies, schmerz- und zahnlos doch auszudrücken, ohne es aber getan zu haben. Sehr populär umschrieben würde ich mal diese Kunst mit der Frage bezeichnen: "Wie poppt man mit anner Hose?"

Tja, det mössen Se net mëch fraaren, det wéis ëch ou net!

Warum ich hier sprachlich abrutsche? Eben, weil es sich anscheinend um ein Urgefühl handelt, dessen Existenz man sich und den anderen nicht gerne zugibt - oder vielleicht nach langem inneren Kampf auf der Psychiatercouch -, nämlich man hat Schiss. Schiss vor dem Andern, Schiss vor der Norm, Schiss vor "wat Falschet zu saaren". Wozu führt das bitteschön?

Zu den Blondinenwitzen - die ursprünglich als Satire erfunden wurde (weil den Blonden nun wirklich nichts Besonders nachzusagen war und ist!) und selber... zum hochnotpeinlichen Diskriminationsfall wird - siehe meine scherzhafte Einlassung über die litauische Firma Ohlialia, die diese Diskrimationsmasche nun total umzukehren versucht und mit den EU-Antidiskriminierungsbehörden in Clinch zu geraten drohen.

Die US-Amerikaner haben natürlich eine große Leiche im Keller, genannt Rassendiskriminierung, und eine Menge unschöne Bezeichnungen für Schwarzhäutige grassierten anscheinend immer noch herum, vermutlich auch für Dunkelhäutige aus Südamerika (darunter die ekelhafte Bezeichnung "cacamericana"). In Europa hatte man das ja nicht nötig, hatten wir doch schon unsere Portion an sprachlichen Begradigungsmitteln aller Arten.

Mit der nächsten Generation und der Geburtenfreundlichkeit der Freitagsanbeter bündelten sich "langue de bois", "Sprachregelung" und "politische Korrektheit" geradezu zu einer gewaltigen Sprachkastrierung erster Güte, von dem Augenblick nämlich, wo die neuen Meinungsträger mit dem Faust die Oberhoheit der Religion in die Arena schlug und jede intellektuelle Debatte zum Schweigen bringen wollte.

In einer Sendung des französischen Fernsehens versuchte sich der SPD-MdEP Martin Schulz wieder einmal in der Kunst, als heutigen Stand darzustellen, was längst überholt ist: In einer Sendung über die Gründe für die europaweite Ausbreitung des sogenannten Populismus - Sie wissen hoffentlich, was das ist? In der Demokratie soll sich Volkes Stimme frei äußern können, tut sie das aber, ist es Populismus und das ist nicht schön. Soweit das schräge Verhältnis zwischen Demokratie und dem Nietzsche'schen Begriff der Umwertung aller Werte... - beschörte unser lieber Genosse eine heile Welt des Dialogs und des verständnisvollen Miteinander, des fruchtbaren Austausch unter Gleichen...

Hallo, guten Morgen!

Nicht nur in der Sure 9,5 verkündet der Koran, dass der Ungläubige entweder sterben oder sich bekehren sollte. Da ist es aber mit intellektuellen Salondisputen nicht mehr getan. Das offizielle Deutschland, die von Gutmenschen orchestrierte veröffentlichte Meinung haben Angst. Der antifaschistische Urreflex des guten Deutschen ähnelt dem seines Urgroßvaters während der Jahre der verhassten sog. Systemzeit, als die Sirenen der NSDAP scheinbar ein modernes, angstfreies, vermögendes neues Zeitalter für den Deutschen versprach, eine schöne Rhetorik und ein Ritual von Sauberkeit und Ordnung entfaltete, ein scheinbar geschlossenes Denksystem vertrat und letztendlich das demokratische Deutschland "herumkriegte".

Wähle Hitler, und alles wird besser. Das klingt schon fast wie das, was ich so auf manchen moslimischen Webseiten lese: "Mach Dich bekannt mit dem Islam, bekehre Dich!" oder noch klarer: "Werde Moslim, und alles ist einfacher".

Ich kann die Kehrtwendung der Linken nur mit der Angst - und natürlich ideologisch mit ihrem inbrunstigen Kapitalismushass - erklären: Systemimmanent betrachtet hat die DDR damals die Bedingungen für eine optimale Entwicklung der Stellung der Frau geschaffen, für ihre Gleichberechtigung, ihre Gleichbehandlung und ihre völlige Eingliederung ins Arbeitsleben. Immer noch systemimmanent ist es diesem Staat gelungen, intellektuell hochwertige Arbeitnehmer (ihre damalige Sprache: Werktätige) heranzubilden und zu beschäftigen (auf die Gefahr hin, freilich, dass die herangezüchtete Hochintelligent sich dann die Brüche im DDR-System vornahmen, Stichname Rudolf Bahro). Die gleichen Linken, die den roten Dreieck der KZ-Lager als Mahnzeichen tragen, kollaborieren nun mit Negationisten und Frauenunterdrückern hinter deutschen (und türkischen) Fassaden und stolpern vom einen Relativismus zum anderen ohne zu merken, wie sehr sie roh aufgefressen werden.

Ich kann es nur mit ihrer Angst erklären, dass sie mit gestrigen Parolen weggucken, derweilen das Mittelalter wieder in Europa einzieht, einer globalgesellschaftlich agierenden Religion Vorschub leisten, die den Holocaust leugnen, um auf diese Weiser noch besser Israel "aus der Weltkarte ausradieren zu können", wie Ahmadinedschad laut sagt und Millionen von Moslims denken, die freilich nie dort gewesen sind. Wie lässt sich die radikale Wertumkehrung sonst erklären?








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Kaškas blondiniško...

KulturenPosted by Cleodiensis 2010-10-20 17:37:14

Skurriles aus Litauen:

Das kleine baltische Land kam 1992 aus der Schlamastik des Sowjetreiches. Als ich das nunmehr unabhängige Land besuchte, kam ich mir wie in meine Kindheit zurückversetzt, besonders Südlitauen war damals ziemlich arm. Damals zählte es 6 Milionen Menschen, heute ist das Land um die Hälfte seiner Bevölkerung ausgeblutet und die Stadt Kauen, wo damals das Besteigen von Bussen und O-Bussen einer Athletentat gleichkam, ist wie leergefegt. Dafür gibt es weltweit ein Netz von litauischen Landmannschaften (bei einigen könnte man glatt von Landfrauenschaft mit Minderheitenrecht für den Rest der Menschheit!). Das Ganze dann unter der Kuppelorganisation der Weltgemeinschaft de Litauer die sinnigerweise in... Lemont bei Chikago angesiedelt ist (wenn Sie mich fragen: die zweite litauische Hauptstadt, aber das wird in Wilna jeder abstreiten... oder halt mit einem Schmunzeln "zugeben").

Dieses Volk hat sich rasendschnell umgeguckt und -gestellt, und zwar ziemlich vorbehaltlos, vom Drehscheibentelefon gleich zum Internetanschluss auf dem Dach. Eben, die Zeichen der Zeit halt "kapiert".

Litauische Frauen sind für ihre Schönheit bekannt, dass gleich viele Männer in sie verliebt haben, ohne zu merken, wie geistig rege und streberhaft diese Damen sein können. Die haben ihr eigenes Köpfchen - vielleicht das einzig Positive, was sie aus der Sowjetchose geerbt haben...

Viele von ihnen sind blond. Das hat eine bisherig völlig unbekannte Dame namens Giedrė Punkienė gemerkt und vermarktet... auf den Malediven: Sie hat ein Konzern mit dem sehr explizitem Namen "Olialia" gegründet (wird fast wie "Olala!" ausgesprochen, wobei das a zum ä zieht - üben!) und will nun ein Hotel auf dieser Insel gründen, das nur von Blondinen betrieben werden soll.

Auf den Malediven, wo mehr dunkelhäutige Schwarzhaarige leben, findet man die Idee nicht ganz gelungen, versteht sich. In Europa hätte unsere Lietuvienė Klara ("giedras" heißt "sichtklar auf Litauisch) mit dem Konzept wohl mit Brüssel gleich Probleme (Stichwort: Diskriminierung).

Übrigens: Die Blondinenwitze sind in den USA als Satire auf die grassierende Korrektheits- und Antidiskriminierungswelle entstanden - vorausgesetzt: Jeder weiß doch, das Haarfarbe keine Diskriminierungsgrundlage sein kann. Ergebnis, der Witz dreht sich nun gegen sich selbst.

Erinnert mich an den französischen Schlager "Il est laid, le bidet! Il est beau le lavabo!", ein Lied, das nur aus diesen zwei völlig debilen Sätzen besteht und als Antischlager-Satire gedacht war. Ergebnis: Es wurde zum Schlager (Bei dem, was zuweilen bei dem Eurovision-Gesangswettbewerb zu erdulden hat, wundert das kaum noch einer!)

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Selbst Frau Merkel hat's einsehen müssen...

KulturenPosted by Cleodiensis 2010-10-19 09:42:49

Es hat zwar einem Vorstandsmitglied seinen Posten gekostet, und auch seiner SPD-Parteizugehörigkeit, aber es drang immerhin bis zu den höchsten Ebenen des Staates: Multikulti war nix, ist nix und wird nix.

Angesichts des in der deutschen veröffentlichten Meinung grassierenden Relativismus muss man sich schon darüber freuen, dass die Meinung von 60 % Deutschen bei der Bundeskanzlerin endlich Gehör gefunden hat.

Persönlich habe ich "Multikulti" etwa Ende der siebziger Jahre als Kursleiter bei einer Volkshochschule im Aachener Land kennengelernt, genauer im Fach Deutsch für ausländische Arbeitnehmer. Dort hatte ich es insofern etwas leichter, weil ich auf den theoretischen Fundus der Europäischen Schulen zurückgreifen konnte, von denen ich ja stamme: Da die Lehrer oft die Sprache der Schüler gar nicht kannten, wurde aus dieser "Not" eine pädagogische Tugend gemacht und im Sprachunterricht nie übersetzt. Sprachen wurden also mithin nicht "im Vergleich zu..." erlernt, sondern für sich. Der Schüler steht also vor dem Nichts und muss in sich nach einer Methode suchen, die ihm bei der Bewältigung dieser neuen Materien helfen soll, d.h. er fällt in die frühkindliche Technik zurück, die nach wie vor Garant ist für muttersprachennahes Spracherlernen ist und bleibt.

Wäre ich im Job geblieben, hätte ich freilich mit der Zeit mal Türkisch gelernt, dann Arabisch, was noch lange nicht bedeutet, dass ich irgendwann mal Moslim geworden wäre.

Dazu habe ich einen zu freien Geist.

Nun gut, schon damals hatte ich natürlich bemerkt, dass die türkische Gastarbeiter damals fast ausnahmslos aus Anatolien kam, und ihre seltsame Bräuche in Sachen Verheiratung wurde noch halt als kulturell üblich akzeptiert. Wie Frau Merkel sagte, das nebeneinanderherleben lieferte keine großen Probleme. Deutschland hat ein generelles Problem: seinen antifaschistischen Kulturansatz. Es war ursprünglich keines, auch ich halte nach wie vor an den Antifaschismus und an die Bekämpfung dessen, was ich nach dem Vorbild der Stangelware mal "Stangeldenken" nennen würde (französisch le prêt-à-penser, eben!), nun aber wird die Bezeichnung Nazi gegen alles instrumentiert, was auch nur leisest islamkritisch ist.

Die Türkei war mal ein sekularisierter Staat (Atatürk war Freimaurer), dieser Staat mausert sich allerdings zum islamischen Staat, und wie in anderen islamischen Staaten auch gibt es eine kohärente Politik im Himblick auf die im Westen lebenden Türken: Doppelte Staatsangehörigkeit, um die westlichen Rechtsstruktur aushöhlen zu können, eine Auslandspolitik mit vielen Geldmitteln, um im Ausland türlische Einrichtungen zu finanzieren (Stichwort: DITIB), und wenn Gül scheinbar Frau Merkel zuspricht und die Türken-und-Passdeutsche ebenfalls zum perfekten Beherrschein der deutschen Sprache auffordert, dann wohl im Sinne einer perfekten Anpassung zur wirksameren Verbreitung türkischer - lies auch kulturislamischer - Belange.

Sakozy vertritt ebenfalls eine radikale Sprachenpolitik bei Einwanderungswilligen - die Sprachkurse am Ausgangsort unter konsularischer Aufsicht belegen müssen, aber sinnigerweise keine Schützenhilfe etwa seitens Algeriens oder sonstiger islamischer Länder erhielt.

Der Grund ist einfach: Frankreich ist ein säkularisierter Staat. Deutschland ist es nicht, das deutsche Volk ist ein vielreligionenvolk und schaut sich die französische Laizität allenfalls mit dem Fernrohr an.

Ein anderes Problem: Die wirkliche Muttersprachigkeit. Die Sprache, die zu Hause gesprochen wird, bestimmt das Leben eines Menschen. Das Kriterium ist nunmehr eben nicht mehr territorial - wie die belgische Sprachengesetzgebung von 1966 sie ebenso voraussetzt als auch die niederländische Verwaltungsrechtsgesetzgebung in Sachen Friesisch, die alte DDR-Verfassung bezüglich des Sorbischen usw. ...

In Brüssel ließen sich die Flamen nicht nehmen, bei der Aufnahme von Kindern in dortigen flämischen Schulen Inspektoren in die Familie zu schicken, um nachzuprüfen, ob in der Familie selbst "Niederländisch" gesprochen wird. Diese Tradition hat Deutschland freilich nicht, das klingt nach Blockwartmentatlität und Rassismus in deutschen Ohren - zu Recht! Aber dennoch weiß ich nicht, ob eine Sprachbeherrschungspolitik, wie sie Frau Merkel suggeriert, ohne sehr durchgreifende Anspornmaßnahmen Aussicht auf Erfolg hat.

Sonst, bei den galoppierenden demographischen Überfremdungszahlen, die Deutschland verzeichnet, werden Türkisch und Arabisch Landessprachen in Deutschland werden, dies umso leichter, weil im europäischen Ausland schon viele die deutsche Sprache als zu schwierig, zwingend und schwer zu handhaben ist - Vergleichspunkt: Englisch!

Nun, Arabisch und Türkisch sind auch keine einfache Sprachen - aber sie werden in den Moscheen gesprochen, mithin sollen sie ja nach mittelalterlich-globale islamischer Vorstellung die Sprache der Gesellschaft werden, und alle Deutsche sollen gefälligst Moslims sein.

So wird ja bekanntlich alles viel einfacher - und die ersehnte Ehegattin eine Frage des Geldbeutels.

Frau Merkel war mal sehr gelehrig und lernte tüchtig Russisch. Jetzt, wo sie eine Demokratin geworden ist, mal zwischendurch eine Frage: Sprechen Sie auch Türkisch?

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Die Niederungen der katholischen Moral

Religionen und LaizitätPosted by Cleodiensis 2010-03-14 18:05:43

Ein jahreszeitlich echt passend eisiger Wind weht durch den deutschsprachigen Katholizismus. Nicht nur durch den deutschsprachigen, sondern eben auch, und zwar gerade dann, wenn ein Papst aus Deutschland das Zepter in der Hand hält und der katholischen Kirche eine Leitung antut, die gelinde gesagt für gemischte Gefühle sorgt – weniger diplomatisch: für starke Polarisierung.

Mir persönlich ist die katholische Kirche insofern einerlei, als ich ihr nicht angehöre, also brauche ich die Archaismen nicht verantworten, die diese Institution, allerlei Abspaltungen zum Trotz, mit sich schleppt. Die fossilen Schauermärchen, die jetzt so nach und nach ans Tageslicht kommen, stammen etwa aus meiner Studienzeit im vulgärkatholisch-rheinischem Aachen. Damals stärkte ich mein Dasein als fröhlicher Heide am Umgang mit „solchen und solchen“ Christen, das ging von Taizée-Pilgern bis zum angehenden Priester, alles Männlein wie Weiblein ganz richtig im Kopf, nachdenklich, mit rücksichtsvollem Umgang, mit dem Herzen am richtigen Fleck und mit erwachsener Sexualität. Das war denn auch das schöne kritische Jahrzehnt der Nach-68ern. Interessanterweise waren diese Kommilitonen mit Anhang denn katholisch und protestantisch gemischt. Unter Johann XXIII. ging das ja noch einigermaßen. Diese Leute habe ich nach und nach aus dem Augen verloren, sie wussten ja, dass ich Religion mit meinem Denksystem nicht vereinbaren konnte, ich ließ später dann in Bonn fortbilden, insofern ging man auch geographisch auseinander…

Schade um die katholische Kirche: Es ist nicht so, dass ihr Alternativen nicht angeboten worden wäre, vom Schisma über Luther bis zu Altkatholiken. Aber auch „Bischoff“ Lefèvre in der Schweiz und die große „katholische“ Alternative überhaupt, die anglikanische Kirche, die allerdings erlebt jetzt so langsam ihre Spaltung und der Gendarmensohn aus bigotter bayerischer Familie und große Lenker über 400 Hektar denkmalgeschütztes Baumland und schätzungsweise 1,147 Milliarden römisch-katholisch funktionierende Gottgläubige setzt nun ein umfassendes Manöver ein, um die Fundamentalisten aus allen Horizonten unter seine Fittiche zu sammeln – von der Piusbrüderschaft bis hin zu den frauenfeindlichen Anglikanern. Strikt, frauenfeindlich, gläubig.

Ändert man die Vorzeichen und tauscht man die Talare mit Frack, weißen Handschuhen, Bijou und Zylinderhut, könnte man sich wie bei der Vereinigten Großloge von Deutschland vorkommen, die gegenüber London auf hundertfünfzigprozentig macht und alles Weibliche in ihrem Bereich für Fake und Plagiat hält. Dank damaliger Besatzergnade ist es diesen Herren gelungen, die Vorstellung bei deutschen Frauen populär zu machen, Freimaurerei sei nichts für sie – in einem Land, wo es eine gemischte Obödienz seit 1921 gibt, das aber mal nur am Rande…

Ja, bei Sepp aus Marktl läuft’s anscheinend einigermaßen ähnlich. Nur geht es bei der katholischen Kirche nicht darum, am eigenen rauen Stein zu arbeiten, sondern an der Verbreitung eines hehren Dogmengebäudes und einer durch die Jahrhunderte zementierten Moraltheologie.

Die katholische Moral steht auf tönenden Füßen. Wer sich davon noch überzeugen soll, sollte doch mal den Weg von Escriba de Balaguer lesen, 999 Sprüche, die mir damals abendfüllende Gelächter bereitet haben, passten sie doch so gut in die Atmosphäre, wo nach Otto Weininger schärfstens zwischen M und W getrennt wurde. Da stand irgendwann wohl noch der weise Spruch: Sei ein Mann, sei ein Engel.

Na habe die Ehre! Vielleicht ein ejakulierfähiger, aber wenn man ihm das passende Komplementäre verweigert, kann es eben nicht gut gehen! Die so schief konstituierte Männerwelt blieb also unter sich. Ein Ausweg, aber sicher kein Ghörtsich!

Das Priesterzölibat sei heilig! I wo? Im Matthäusevangelium 19,12, empfiehlt es Jesus seinen Jüngern (und das Nichterwähnen, bis zum apokryphen Phillipsevangelium aus späterer Zeit, einer eheähnlichen Lebensgemeinschaft Jesu wird natürlich so interpretiert, als hätte es eine solche nie gegeben, wie praktisch!), im Kanon 277 des Codex Iuris Canonici ist es vorgeschrieben, aber Gottes Gebot ist es nicht, und das weißt die Kirche ganz genau. Was dem einen sein Kopftuch scheint dem anderen sein Zölibat zu sein. Beide diskriminierende gesellschaftlich relevante Erscheinungen haben eins gemeinsam: Sie stigmatisieren und verrenken die gesellschaftlichen Verhältnisse ungemein!

Wenn Mohammed heute mit Aischa umgegangen wäre, wie er es tat, stünde er als Pädophil vor Gericht. Ein Glück, dass die katholischen „Aischa’s“ noch zu Lebzeiten von der damals totgeschwiegenen Praxis berichten können. Auch die archaischen Erziehungsmethoden des ach wie integren Georg R., der jetzt möglicherweise zur Strafunfähigkeit ergreisen durfte wie anno dunnemals manche Naziverbrecher, unterhalten die Polemik, auch wenn dies möglicherweise mit den homosexuellen Vergehen hinter den dicken Mauern nichts zu tun hat. Die Verbindung stellt sich schnell her, wenn man bedenkt, was für Patzer sich Benoît Très Étroit, wie er im französischsprachigen sekularistischen Kreisen – eben „Benedikt Sehr Eng“, nach „Benedikt XIII-und-III“ – höhnisch tituliert wird, schon mal erlaubt hat. Da sage ich ja nur mal „Yahunde“ dazu, oder seine lateinamerikanische Eskapade, wo er die Conquista faktisch als Reinigung darstellte.

Ja, vor so viel Archaismus kann ich nur auf die mutige Tat eines seiner Vorgänger verweisen, dessen Vorbild er bitte doch mal folgen sollte, nämlich Zölestin V. im Jahre 1297: Er dankte ab.

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Kopenhagen

UmweltPosted by Leodiensis 2009-11-10 15:57:22
Konferenz der letzen Chance?

Nun, dass sich das Klima verändert, ist allenthalben zu spüren. In unseren mitteleuropäischen Breitengraden erleben wir regelmäßig Temperaturrekorde, die fast an Jahreszeitverschiebungen grenzen.

Eine Weltklimakonferenz. Da sind also gegenseitige - Interesse an einem Ort versammelt:
- die industrialisierte Welt, die hohe Menge Treibhausgase ausstoßt, aber die wirtschaftliche Möglichkeiten hat, die Tendenz umzudrehen.
- die Schwellenländer, die Wirtschaftswachstum zu ihrer Priorität gemacht haben. Dies gilt vor allem für China und Indien.
Diese zwei Länder bilden mit den USA den Kreis der am meisten umweltverschmützenden Staaten in Europa. Die USA, genauer seine Südstaaten, erleben am eigenen Leibe jedes Jahr die Folgen der Klimakatastrophe. Es ist aber anscheinend schwierig, diese Kulturnation zu überzeugen, dass Umweltschutz wichtiger sei als Kommerz. Ein Ölmagnat in Texas will weiterhin Gewinne erzielen, die Energiewirtschaft muss noch überzeugt werden, dass ihre Chancen durch eine umweltbewusste Wirtschaft nicht geschmälert sind.

Eigentlich befürchte ich persönlich die Wiederkehr des berühmten Nord-Süd-Kuhhandels: Wenn man von der Dritten Welt mehr Anstrengung verlangen will, werden sie sich hinstellen und die Hand offen halten: Kein Geld, also machen wir wie bisher. Andererseits wäre es natürlich wünschenswert, wenn z.B. die Weltbank Umweltkriterien eben so berücksichtigen wie sie bisher rein ökonmische Kriterien berücksichtigt hat.

Noch ein Punkt, der mich interessiert hat: Bishseer war der Umweltwert einer Ware unerheblich. Ein Produkt aus Fernost verkauft sich billig, der vom Transport her bedingte CO2-Ausstoß kam in keine Bilanz unter. Sollte sich das aber ändern, sehe ich Chancen für die Herstellungswirtschaft in den industrialisierten Welt und eine Chance für die Entwicklungsländer, eigenständiger mit ihren Schätzen umzugehen.

Beispiel Bodenschätze: Afrika ist steinreich! Wortwörtlich: Rkeich an Bodenschätze. Diese sind aber in westlichen Händen. Das ist für der Westen aber nur deswegen sinnvoll, weil die gewinnungsbedingten Umweltschäden nicht bilanziert werden. Sollten sie nun tatsächlich angerechnet werden, dann könnten die Länder, auf deren Böden gewonnen wird, ihre Lizenzen wieder zurückziehen und selber die Verkaufs- und Finanzkette verwalten. Die Tendenz zeichnet sich z.B. in Südamerika.

Ich erhoffe mir also mehr Gleichgewicht der Kräfte in der Welt und bin gespannt, ob die Ergebnisse dieser Konferenz - die für mich etwas diffus anfängt - diesen Erwartungen entsprechen werden.

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Mehr Staat, weniger privat!

WeltwirtschaftPosted by Leodiensis 2008-10-14 11:46:11
Es ist schon sehr lange her, dass der sehr bayerische Bundesfinanzminister Theo Waigel jedem, der es hören sollte, sein Credo ins Ohr röhrte: Weniger Staat, mehr privat! Damit ordnete er sich unter die damals europaverordnete Großaktion zur Durchsetzung der Vorgabe von Art. 90 EG-Vertrag. Alles, was privat betrieben werden kann, gehörte denn auch in private Hand. Dafür hatten die Österreicher eine sehr richtige Umschreibung, die Entgliederung. Es wurde entgliedert wie gleich darauf in der gerade implodierten DDR abgewickelt wurden. Nun ja, die DDR war ja ein Staatsbetrieb par excellence gewesen, aus dem, auch das röhrte uns Günter Eggert damals aus allen Fernsehkanälen, natürlich nur Misswirtschaft erwachsen konnte, damit Wirtschaftsanwälte ostwärts alle LPG, egal ob rentabel bzw. lebensfähig, auf Minus hinunterbilanziert wurden, um der Wessi-Wirtschaft Platz zu schaffen.

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